Mittwoch, 7. Mai 2014

Immer Ärger mit der Schule!

Hallo meine Lieben,

ich hatte ja schon mal angekündigt, dass ich euch etwas von dem KiGa- und Schulsystem hier erzählen möchte.

Zuvor mal ein paar Fakten zum besseren Verständnis:
Froggi wird im August 6 Jahre alt und wäre in Deutschland ganz normal in die erste Klasse einer öffentlichen Grundschule gekommen. Wir hatten sie auch auf einer Privatschule angemeldet, aber für den Preis, den wir dort monatlich hätten bezahlen müssen, war uns der Benefit nicht gross genug.
Bisher war es in der Schweiz immer so, dass Kinder mit 7 eingeschult werden und zuvor zwei Jahre in den KiGa gehen, wovon das zweite Jahr Pflicht ist.
Der Kindergarten in der Schweiz erinnert von seinem Ablauf her schon mehr an Schule. Es gibt feste Zeiten, freies Spielen wird nur eingeschränkt angeboten, dafür findet viel unter Anleitung statt, die Kinder mit Migrationshintergrund bekommen noch Deutschunterricht und fehlen darf man nur aus triftigen Grund.

So weit, so gut.

Unsere Kindergärtnerin hat von Anfang an gesagt, dass sie Froggi erst einmal etwas beobachten möchte und dann entscheiden wir, ob sie ins 1. (Pinguin-Kinder) oder ins 2. (Eisbären) Kindergartenjahr eingeteilt wird.
Hier hätte die Geschichte enden können, wenn die Dame einfach kurz und knapp gesagt hätte, Froggi ist ein Pinguin und kommt 2015 mit 7 Jahren in die Schule.

Aber nein. Wir wurden in die Entscheidung mit einbezogen und so haben wir alle beobachtet. Gestern hatten wir nun deswegen das zweite Gespräch. Um es kurz zu machen: Froggi ist super intelligent, aber emotional noch nicht reif genug. Und da sehe ich das Dilemma. Ich merke auch, dass sie noch ein kleines Mädchen ist und sich mit vielem schwer tut, was nicht zuletzt auch an meiner Erziehung liegt. Ein Beispiel: Froggi ist jetzt als Eisbär eingestuft. Eisbären haben blaue Sammelmappen für ihre Bilder etc. Bei Froggis Ankunft gab es aber nur noch rote Mappen. Aus diesem Grund wollte sie unbedingt ein Pinguin sein, weil es ihrem Weltbild widerstrebt, dass ein Eisbär eine rote Mappe haben soll. Und diese mangelnde Flexibilität (...Pedanz...Verschrobenheit...) wird ihr nun vorgeworfen.
Die Frage, die sich mir stellt ist, bringt ein Jahr KiGa mehr was. Ist sie nächstes Jahr anders drauf. Sie wird ein Jahr älter sein und sich hoffentlich besser durchsetzen können, aber das ist nicht gesagt.
Versauert sie jetzt im KiGa? Andere Kinder können die 12 Monate noch nicht richtig und Froggi übt jetzt langsam lesen.
Die Kindergärtnerin möchte sie (zusammen mit einem anderen Jungen aus den NachbarKiGa) jetzt in die Begabtenförderung geben. Das schmeichelt mir natürlich, sie ist dann die einzige aus ihrer Gruppe, die das "braucht", aber kommt dabei wirklich was rum?

Ich will meinem Kind nicht seine spielerische Kindheit rauben, aber ich will sie geistig auch nicht am ausgestreckten Arm verhungern lassen.

Wir haben jetzt entschieden, dass ich mit Froggi noch mal zur schulpsychologischen Untersuchung gehe und das, was die mir dort empfehlen, machen wir dann. Man will es sich mit der Obrigkeit ja auch nicht verscherzen, vor allem, weil wir eh ein Gesuch stellen müssten, dass sie dieses Jahr in die Schule darf.

À propos Gesuch: Unserem Urlaubsgesuch für September wurde stattgegeben und wir fliegen zu dritt für 5 Tage nach Lissabon und feiern dort meinen 3. Transplantationsgeburtstag.

Nun könntet ihr ja sagen, ist doch egal, nimm's locker. Das sage ich mir auch.
Aber irgendwie fuchst es mich, ist es doch eine Kritik an der Entwicklung meines Kindes. Und wenn ich Vergleiche anstelle (ich weiss, das soll man nicht) fuchst es mich noch mehr: die Nachbarstochter (Eltern sind Türken) ist ein 3/4 Jahr jünger als Froggi und wird dann mit ihr zusammen eingeschult. Das Mädchen kann fast kein Deutsch, kennt keine Regeln (die mir z.B. wichtig sind) und nachdem sie bei uns auf dem Klo war, lag das benutzte Klopapier auf dem Boden und es war nicht gespült...
Gut, wenn die beiden dann nächstens Jahr zusammen zur Schule gehen, schreibt Froggi vielleicht nur Einsen und das Mädchen Dreien, aber das ist auch nicht sicher.

Nun gut. Wir warten jetzt mal diese Untersuchung ab und schauen weiter. Mehr können wir im Moment eh nicht machen.

Liebe Grüsse,
euer Puminchen

Kommentare:

  1. Das ist ja wirklich alles umständlich. Ich bin immer der Meinung, man sollte den Kindern nicht zu viel zumuten. Ich find es zum Beispiel schlimm, wenn ein Kind, was z.B. kein Deutsch kann, eher eingeschult wird als nötig oder vielleicht ein Kind dann aufs Gymnasium geschickt wird, obwohl es grad so eine 3 in Mathe in der Grundschule hatte oder sowas. Aber von außen kann man da eh immer viele schlaue Sachen sagen und steckt eben nicht drin. :) Wird schon werden, ich drücke die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.

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    1. Danke. Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Liebe Grüsse

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  2. Ich finde das immer schwierig. Ich finde man sollte den Kleinen nicht zu viel zumuten, und ihnen ihre Kindheit so lange wie möglich lassen, wird später noch alles schlimm genug. ;) Aber man sollte sie auch ausreichend fördern und sie eventuell auch mit Dingen konfrontieren, die angeblich noch nicht altersgerecht sind. Jedes Kind ist ja anders.
    Wenn ich da so an meine Schulkarriere denke... Meine Mutter hatte Probleme mich auf eine vernünftige Grundschule zu bringen, aufs Gymnasium sollte ich laut den Lehrern auch nicht, weil ich da nicht hingehöre, ich habe aber gesagt, ich mache nichts anderes mit. Und in der Mittelstufe hieß es sogar, ich werde nie das Abi packen und Jura? Ach träum weiter. Und nun? Habe ich bis jetzt alles geschafft was ich wollte. Was ich damit sagen will? Auch Erzieher und Lehrer können das nicht immer einschätzen. Ich weiß, es ist schwer zu entscheiden, was letztendlich das Beste ist. Aber vielleicht einfach auf dein Bauchgefühl hören und was Froggi will?
    Ich hoffe für euch, ihr werdet eine Lösung finden, mit der ihr alle zufrieden sein werdet! Ich drück euch die Daumen!

    Liebe Grüße

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    1. Ich hatte eine ähnliche Karriere. Vom Gymnasium auf die Realschule. Da die Mittelstufe über rumgekrebst bis es dann mit 13-14 "klick" gemacht hat. Heute bin ich promovierte Tierärztin und sehr stolz drauf. Ich wurde kurz vor der Einschulung 6 Jahre alt und ich glaube nicht, dass ich es einfacher gehabt hätte, wenn ich ein Jahr später gegangen wäre. Im Gegenteil, ich habe immer etwas von dem Küken-Bonus profitiert. Ich fände es halt schöner, wenn sie jetzt ein Jahr sparen würde, das sie dann hinterher für was grosses (Weltreise, Auslandsstudium, Au-Pair, etc.) nutzen kann. Naja, wie gesagt, wir warten jetzt mal den Psychologentermin ab.
      Liebe Grüsse

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    2. Das kann man ja aber immer, dieses eine Jahr was Großes machen. :) Das würde ich nicht so eng sehen. Ich bin jemand, der sehr direkt alles erreicht hat, und ich bin jetzt zwar sehr jung, vermutliche die Jüngste in meinem aktuellen Studium, aber macht mich das irgendwie besser? Ich denke nicht. :D

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