Samstag, 27. September 2014

Unsere Reise nach Lissabon

Hallo meine Lieben,

heute beginne ich mal mit unserem Reisebericht über Lissabon.
Wir waren knapp eine Woche dort und ich schätze mal, dieser Bericht wird etwas länger, einfach, weil wir wahnsinnig viel erlebt haben.
Alleine die Tatsache, dass wir über 700 Fotos geknipst haben, spricht ja schon mal dafür.

Wir sind am Samstag Morgen gestartet und mit der S-Bahn zum Flughafen gefahren. Das hatte mir ehrlich gesagt schon gelangt. Zwei Tage zuvor hatte ich noch meine ecp und war super platt. Luft habe ich nur schlecht bekommen und ich hatte wirklich Angst, dass dieser Urlaub nichts wird.
Jedenfalls hatte trotzdem alles soweit geklappt und der Flug ging schnell rum und vor Ort hatte ich uns einen Einzeltransfer gebucht, der uns direkt zum Hotel gefahren hatte. Dort haben wir uns erst mal ein bisschen ausgeruht und dank des warmen Klimas ging es mir etwas besser, so dass wir am späten Nachmittag noch mal losgezottelt sind und ein bisschen die Innenstadt erkundet haben und Essen waren.
Also die Innenstadt wimmelt nur so vor Restaurants und die Kellner sind doch ziemlich aggressiv. Die würden einem am liebsten noch in ihren Laden zerren. Nach dem Essen sind wir gemütlich zurück geschlendert und dann in unser Bett gefallen.
Unser Hotelzimmer war echt schön. Es war zwar alt und auch sehr altmodisch eingerichtet, aber sehr geräumig. Wir hatten zwei Zimmer mit einer Verbindungstür und in jedem Zimmer stand ein grosses Doppelbett. Auch das Bad mit Badewanne war wirklich nett. Also so lässt es sich doch aushalten!

Am Sonntag sind wir recht früh los, weil wir uns das nationale Kachelmuseum und den Zoo angucken wollten. Ausserdem mussten wir noch frühstücken. Das Frühstück im Hotel war nicht inklusive und uns für 14 € pro Person auch zu teuer. Also sind wir in die Stadt und haben uns dort was nettes gesucht. Und frühstücksmässig hatten wir immer Glück! In zwei Läden waren wir sogar jeweils zweimal, weil sie uns so gut gefallen haben und nirgends hatten wir mehr als 20 € gezahlt und waren immer pappsatt!
Dann sind wir zur Metro und haben uns Fahrkarten besorgt. Gottseidank war ich gut vorbereitet, denn das ist mit den Öffis in Lissabon schon etwas tricky. Es gibt nämlich zwei Betreiber und gerade bei den Elevadores wird, sofern man keine Tageskarte o.ä. hat doch happig zugelangt. Die Tageskarten fand ich zwar auch recht teuer, aber insgesamt lohnt es sich schon!
Wir sind dann mit der Metro und dem Bus zum Kachelmuseum. Das stand für Sonntag auf dem Programm, weil angeblich dann der Eintritt gratis ist. Irgendwie haben aber alle Leute in der Schlange vor uns Geld zahlen müsse, also habe ich meinen Behindiausweis gezückt und damit kamen wir dann doch umsonst rein.
Das Museum ist wirklich schön in einem alten Kloster gelegen. Gut - Kacheln müssen einem gefallen, aber es war nett gemacht und nach ca. 2 Stunden sind wir noch dort im Café eingekehrt, das total schön in einem begrünten Innenhof lag.
Danach sind wir wieder mit dem Bus und der Metro zurück und Richtung Zoo. Der Zoo besteht unter anderem aus einen kleinen öffentlichen Bereich, in dem auch die ganze Gastronomie untergebracht ist. Wir haben uns erst mal ein Eis gegönnt und dann fing es zu regnen an. So ein Mist! Laut Reiseführer gibt es im September in Lissabon 4 Regentage. Naja, was will man machen. Wir haben den Schauer abgewartet und uns dann entschlossen zum Ozenarium zu fahren und den Zoo auf den Donnerstag zu verschieben. Gesagt - getan. Wir sind dann zum Bahnhof Oriente gefahren, dort kurz durch das Einkaufszentrum, das auch dann für Donnerstag auf meiner Liste stand und zum Ozenarium gelatscht. Inzwischen war das Wetter auch wieder super. Also gelaufen bin ich wirklich viel. Ich hatte schon keine Lust mehr und wurde immer mauliger, da waren wir dann da und dank Behindiausweis haben wir auch noch mal 12 € gespart. Im Ozenarium haben wir uns nur die permanente Ausstellung angeschaut. Froggi fand die ganzen Fische ganz toll. Sie ist dort richtig aufgeblüht. Nachdem wir einmal durch sind, hatten wir Mordshunger. Wir sind wieder in das Einkaufszentrum und dort hat uns der Pizzahut so angelacht, dass wir uns eine riesige Cheesybitepizza mit Chorizo drauf geteilt haben. Danach mussten wir wieder mit der Metro zurück und lagen dann auch endlich so gegen 22 Uhr im Bett.

Am Montag haben wir dann ein bisschen länger geschlafen. Nach unserem Frühstück (und zwei Café com leite für mich) sind wir zum Placa dos Restauradores und haben uns Tickets für den Yellowbus mit dem Hop on Hop off-System gekauft. Auf dem Weg dorthin sind wir noch schnell eine Runde mit dem Elevator da Glória gefahren, da unsere Tageskarte vom Vortag noch gültig war. Für den Yellowbus haben wir dann die Combikarte mit 3 Routen genommen. Bei diesem Angebot war Froggi gratis dabei und wir konnten dann 48 Stunden mit den Bussen rumgurken. Sehr angenehm! Um halb 11 sind wir dann auf den Bus und sind erst mal eine Runde gefahren und haben uns über die Kopfhörer mit Fadomusik und Informationen berieseln lassen. Bei der zweiten Runde sind wir dann in Belém am Kloster ausgestiegen und haben dort ein Päuschen gemacht und auch die leckeren Pasteten mit Puddingfüllung probiert. Ehrlich gesagt, haben wir uns keine Kirchen etc. von innen angeschaut. Mit Froggi ist das nicht so spassig und unser Interesse hielt sich ehrlich gesagt auch in Grenzen. Nach der Pause haben wir die Busroute gewechselt und sind durch den Stadtteil Belém gefahren und haben dann am Schluss noch einen Halt beim Turm von Belém eingelegt. Danach sind wir wieder mit dem anderen Bus in die Stadt gefahren und ins Hard Rock Café eingekehrt. Froggi hat ein Kindermenü gefuttert und wir die Nachos mit allem drum und dran. Leider waren wir danach schon so satt, dass keine Hauptspeise mehr reinpasste. Echt ärgerlich. Beim nächsten Mal nehmen wir nur Hauptgänge! Froggi hat dann hinterher noch ein cooles T-Shirt abgestaubt und dann ging es wieder ins Hotel.

Am Dienstag stand logischer Weise wieder der Yellowbus auf dem Programm, weil wir ja unsere Fahrkarte ausnutzen wollten. Wir waren also zuerst wieder frühstücken und sind dann auf den Bus, der die dritte Route bedient hat. Diese Tour führte auch wieder am Expogelände vorbei und wir hatten beschlossen, mit der Seilbahn dort zu fahren, die wir zwei Tage zuvor entdeckt hatten. Und da hatten wir richtig Schwein gehabt! Wir hatten eine Hin- und Rückfahrt gelöst und sind mit der Seilbahn am Tejo entlanggegondelt. Dort sind wir ausgestiegen und dann hing da auch schon ein Schild am Schalter, dass die Bahn wegen des Wetters nicht mehr fährt. Wir sind dann erst mal gegenüber Kaffee trinken gegangen und haben das Ganze beobachtet. Es ist dann auch wirklich ein Gewitter aufgezogen mit einem heftigen Schauer. Dann war das Wetter zwar wieder gut, aber die Bahn ist immer noch nicht gefahren. Nachdem wir insgesamt eine Stunde Pause gemacht hatten, haben wir uns entschlossen zurück zur Bushaltestelle zu laufen und haben die Karten zurück gegeben. Ging auch wirklich unproblematisch. Mit dem Bus haben wir dann erst mal die Runde voll gemacht und sind dann beim Fadomuseum ausgestiegen. Fado ist eine spezielle portugiesische Musik, die dort sehr zelebriert wird und die Sänger sind richtige Nationalhelden. Nach einem Stündchen im Museum sind wir durch den Stadtteil Alfama Richtung Innenstadt gelaufen und waren dann dort wieder essen. Für mich gab es an diesem Abend Stockfisch, DER Fisch schlechthin in Lissabon. War auch nicht übel, aber muss ich jetzt nicht ständig essen.

Da das Wetter am Mittwoch gut war und unser Yellowbusticket noch bis halb 11 gültig war, haben wir uns entschieden an diesem Tag in die Zoo zu gehen (der Yellowbus hielt dort in der Nähe), so dass wir uns eine Tageskarte für die Öffis sparen konnten, da davon auszugehen war, dass wir den ganzen Tag im Zoo verbringen. Der Zoo ist auch wirklich ganz schön, auch wenn ich den Eintritt sehr happig fand. Wir haben zu dritt über 40 € gezahlt. Man merkte, dass einiges in diesem Zoo passiert. Es gab einige alte, hässliche Gehege, aber auch sehr viele neue, artgerechte. Wir hatten Glück und kamen gerade rechtzeitig zur Robben- und Delfinshow. Über letzteres lässt sich streiten. Ich finde Delfine in Gefangenschaft nicht so schön, andererseits handelte es sich um bedrohte Arten, die in freier Natur kaum mehr vorkommen und der Zoo dort an einem Artschutzprogramm teilnimmt. Froggi fand die Show jedenfalls toll und neben der 11 Uhr Show mussten wir uns dann noch mal die um 15 Uhr anschauen. Was wirklich toll war, war die Seilbahn, die durch bzw. über den Zoo fuhr, so dass man sich den ganzen Zoo von oben anschauen konnte. Und die war sogar im Preis mit inbegriffen. Gegen 18 Uhr sind wir dann zurück in die Innenstadt, weil wir noch mit der alten Strassenbahn fahren wollten. Das gehört zu jedem Lissabonurlaub. Das wussten nicht nur wir, sondern auch alle anderen Touristen. Das witzige ist, wenn die Trams voll sind, dann fahren die einfach weiter und lassen keinen einsteigen. Wir haben dann erst das dritte Tram erwischt, dass dann allerdings auch relativ leer war. Wir haben die Linie 28 genommen, die durch Alfama fährt. Aber so richtig steil. Teilweise fand ich es etwas unheimlich, aber es war schon ein Erlebnis. Wir sind dann einmal bis zur Endhaltestelle und wieder zurück und haben bei einen tollen Aussichtspunkt Pause gemacht und dort zu Abend gegessen. Für mich gab es diesmal Sardinen. Die waren auch ganz lecker, allerdings war es ein ganz schönes Gefummel, die kleinen Fischchen zu zerlegen.
Danach sind wir wieder zurück zum Hotel und wie eigentlich jeden Abend platt ins Bett gefallen.

Der Donnerstag stand dann im Zeichen des Shoppings. Wir sind erst so gegen 11 Uhr in die Puschen gekommen und wie immer stand auf unserer Liste erst mal ein ausgiebiges Frühstück. Danach wollten wir auf die Metro Richtung Oriente zum Einkaufszentrum. Tja, und was war? Nix! Die Metro war mit Eisentüren verschlossen. Wir sind dann schnell zur Touriinfo, die daneben lag und die Dame sagte uns, dass die Metro heute streikt! So was aber auch! Wir haben dann überlegt, mit dem Bus zum Zentrum zu fahren, aber das hätte zu lange gedauert und die Busse waren an diesem Tag natürlich auch entsprechend voll. Also haben wir uns entschieden in der Innenstadt zu bleiben. Die Entscheidung stellte sich dann auch als gut heraus. Wir sind bei dieser Gelegenheit noch mit zwei Elevadores gefahren und haben durch zwei nette Engländerinnen dann noch erfahren, dass in der Nähe ein Sephora war, dem wir noch einen kleinen Besuch abgestattet haben. Ausserdem waren wir leckeres Eis essen und ich war noch in einer kleinen Drogerie. Einzig einen vernünftigen Supermarkt haben wir nicht gefunden. Das hatte mich etwas geärgert, aber es ging auch so. Zum Abendessen haben wir uns dann zwei Döner und Pommes zum Mitnehmen besorgt, die wir dann auf der Hotelterrasse verputzt hatten. Das war so richtig gemütlich und ein schöner Ausklang des Tages.
Tja, und dann ging es auch schon mal ans Packen, denn am nächsten Tag um 10:30 Uhr wurden wir von unserem Transfer wieder abgeholt.

Wir sind am Freitag bei Zeiten aufgestanden, weil wir unbedingt noch mal Frühstücken gehen wollten, was wir auch super geschafft haben. Mein Mann hat sich in diesem Café dann noch eine Flasche Portwein mitgenommen und nachdem wir die letzten Dinge im Koffer verstaut hatten, war auch schon der Chauffeur da und es ging Richtung Flughafen.
Auch dort hatten wir wieder Glück. Einchecken ging super schnell. Eine halbe Stunde später war die Schlange schon ca. 5-mal so lang und so hatten wir noch genug Zeit ein letztes Käffchen zu trinken und im Dutyfreeshop haben wir uns noch ein Fläschchen Maronenlikör gekauft. Eigentlich wollte ich unbedingt Mandellikör haben, aber irgendwie hatte ich den nicht gefunden. Ich hätte gleich am zweiten Tag im Einkaufszentrum danach Ausschau halten sollen, aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.
Auch der Rückflug war kurzweilig und dank einer anderen Umsteigevariante, kamen wir auch nicht ganz so ausgelaugt zu Hause an.

Es ist mal wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht und diese Woche ist wirklich an uns vorbei geflogen. Es war wunderschön und ich kann euch Lissabon als Reiseziel nur empfehlen (vor allem, wenn man gesund ist und ohne Kind reist).
Und nun kommen natürlich noch ein paar Bilder.
Viel Spass damit!
Am Placa dos Restauradores
In der Innenstadt auf der Suche nach einem netten Restaurant.
Die Dorade hat meinem Mann geschmeckt.
Vor den Hard Rock Café. Am 3. Abend waren wir dort auch was Essen.
Zwischen Placa dos Restauradores und Rossio (so ungefähr) beim Frühstücken.
Hier fehlt schon die Hälfte - Froggi und ich haben uns die Portion geteilt. Vor allem der Toast war super lecker. Frisch und sehr dick in flüssiger, gesalzener Butter getränkt!
Die Auslage vom Café Gefo.
Im Vorgarten des nationalen Kachelmuseums
Huguette durfte auch mit
Überall Kacheln!
Im Garten des Kachelmuseums. 
Froggi fand die Schildkröten ganz toll.
Vor dem Oceanário de Lisboa, das zur Expo 1998 extra gebaut wurde.
Sölfiii bei den Fischen
Der Bahnhof Oriente, entworfen von Santiago Calatrava.
CheesyBitesPizza mit Chorizo bei Pizza Hut im Einkaufszentrum Vasco da Gama. Wir hatten da so einen Schmacht drauf!!! Es blieb auch nichts übrig!
Die Strassenlaternen in der Stadt waren fast alle mit diesen kleinen Schiffen verziert.
Auch in Lissabon wird bei Starbucks der Namen auf den Becher geschrieben. Man beachte, dass dort Christina ohne das "h" geschrieben wird!
In der Pastéis de Belém, die für ihre Puddingtörtchen (Pastel de Nata) berühmt ist.
Die Bäume haben Augen!
Mit dem Yellowbus sind wir zwei Tage durch Lissabon gekurvt und es hat sich wirklich gelohnt. Man bekommt so viel zu sehen und das ganze ist auch noch sehr gemütlich (wenn das Wetter mitspielt) und informativ!
Wasserspiele auf dem Expogelände
Das Ozenarium von aussen
Die Seilbahn auf dem Expogelände
Graffitis in der Stadt, die als Kultur gelten und nicht weg gemacht werden.
Der Stadtplan von Alfama (vis à vis des Fado-Museums) - natürlich in Form von Kacheln.
Die Kathedrale Sé in Alfama (die älteste Kirche in Lissabon).
Stockfisch - das Nationalgericht. Hier mit Gemüse und Kartoffeln.
Im Zoo
Die Löwen waren mindestens so platt wie ich immer!
Törööö!!
Familienportrait im Zoo :)))
Sardinen. Waren wirklich ganz lecker. Dazu gab es noch Brot und Salat.
Der Elevador do Lavra
Froggi als Chauffeur
Seitenansicht des Elevador de Santa Justa - erbaut von einem Schüler von Gustav Eiffel.
Aussicht vom Elevador aus über die Altstadt.
Eis gab es in dieser Woche zur Genüge. Die Eisdiele Santini scheint sehr bekannt zu sein - lecker war das Eis auf jeden Fall (ich hatte Honigmelone und Joghurt).
Kekse und kleine Kaffeestückchen aus der Confeitaria Nacional. Sehr lecker, aber auch teilweise komisch. Das runde Ding oben links stellte sich als umzuckerter Eidotter heraus!

So, das war mein "kleiner" Reisebericht.
Liebe Grüsse,
euer Puminchen

Kommentare:

  1. Wow, dann hattet ihr einen richtig schönen Urlaub und auch sehr viel gesehen. Finde ich super. Und die Fotos sind auch beeindruckend. Eine richtig schöne Stadt.

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  2. Dankeschön für den tollen Bericht und die schönen Fotos!!!! :-) erhol dich gut. LG von Ute

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  3. Oh, was für ein schöner Bericht. Ich liiiieeeebe Pasteis de nata und bin ganz neidisch, dass Du die Originalen essen konntest.
    Sobald unser Nachwuchs reisefähig ist, muss Lissabon wohl auch auf dei Wunschliste...
    LG, Laila.

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  4. Danke für die lieben Kommentare! Es freut mich, wenn euch meine Reiseberichte gefallen!

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